Feministischer Kampftag 2025: Widerstand gegen den Rückschritt

Der 8. März 2025 ist nicht nur ein Tag des Feierns feministischer Errungenschaften, sondern auch ein Tag des Widerstands. Wir stehen an einem kritischen Punkt der Geschichte: Der Rechtsruck in vielen Teilen der Welt, im Besonderen in Deutschland, zeigt deutlich, dass das Patriarchat gerade mit aller Kraft zurückschlägt. Erkämpfte Rechte, die als selbstverständlich galten, werden infrage gestellt oder sogar zurückgenommen. Statt eines Fortschritts erleben wir vielerorts einen besorgniserregenden Rückschritt. Seit den Wahlen am 23.Februar ist klar: der Bundestag wird mit 2/3 Männern besetzt sein. Einer von ihnen Friedrich Merz, der mit der Aussage „Wir tun den Frauen damit keinen Gefallen.“ Kritik hervorruft. Hierbei bezieht er sich auf Frauen in Führungspositionen.
Besonders schmerzhaft ist, dass der Paragraph 218, der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland kriminalisiert, weiterhin besteht. Trotz jahrzehntelanger feministischer Kämpfe wurde er nicht abgeschafft – ein klares Zeichen dafür, dass der Körper der Frau immer noch Gegenstand staatlicher Kontrolle ist. Dies verdeutlicht einmal mehr, dass die Selbstbestimmung über den eigenen Körper auch 2025 keine Selbstverständlichkeit ist.
Doch feministische Kämpfe hören hier nicht auf. In vielen Bereichen, in denen Frauen und marginalisierte Gruppen besonders vulnerabel sind, muss der Kampf weitergehen – so natürlich auch in der Suchthilfe. Gendersensible Suchtarbeit ist ein essenzieller, aber oft übersehener Bestandteil feministischer Politik. Frauen und queere Menschen erleben andere Formen von Substanzkonsum, leben in anderen (vulnerableren) Lebensrealitäten und haben andere Bedürfnisse in der Therapie. Doch patriarchale Strukturen sorgen immer noch dafür, dass ihre spezifischen Probleme nicht ernst genug genommen werden. Wir fordern eine feministische Gesundheitspolitik und kämpfen damit für eine gendersensible Suchthilfe.
Wenn das Patriarchat zurückschlägt, dann auch, weil es sich bedroht fühlt. Jede Bewegung erzeugt eine Gegenbewegung. Unsere Erfolge haben Angst ausgelöst – Angst vor einer Welt, in der Gleichberechtigung keine bloße Utopie ist, sondern Realität werden kann. Das ist unsere Hoffnung und unser Antrieb: Wir sind viele, wir sind laut und wir werden nicht aufhören zu kämpfen. Der feministische Kampftag 2025 ist nicht nur ein Tag des Gedenkens – er ist ein Aufruf zum Widerstand.